Trailerpark – Goldener Schluss 2022

2022/06/24 – Trailerpark live @ Wasen Stuttgart, Germany.

Was passiert, wenn sich eine Band auflöst und coronabedingt erst zwei Jahre später ihr Abschiedskonzert spielt?
Diese Frage stellte ich mir, da sich die Bandmitglieder bekanntermaßen nicht mehr alle innerhalb deutscher Landesgrenzen befinden und man sich nach einer Trennung vermutlich auch nicht mehr allzu oft im Proberaum trifft. Drei von vier sind musikalisch komplett von der Bildfläche verschwunden, lediglich Alligatoah tourt noch und veröffentlicht regelmäßig neue Musik.

Am Tag des Konzerts meldete sich ein Bandmitglied auf Instagram (Basti) mit der Nachricht das er in Stuttgart nicht auftreten wird aufgrund einer Salmonellenvergiftung. Irgendwie lustig, da er bereits bei Rock am Ring 2018 ebenfalls fehlte. #freebasti

Mit meiner Ankunft in Stuttgart begann auch der Regen. (An dieser Stelle schon einmal Danke für eine Woche Grippe nach dem Konzert.) Den Weg zum Wasen musste man nicht wirklich suchen, es reichte aus den Menschenmengen hinterherzulaufen. Ab und zu sah man mal ein Pokemonkostüm, Trailerpark-typisch. Nach kurzer Ticketkontrolle ging es weiter zur Taschenkontrolle, das Ganze hat uns bestimmt 45 Minuten gekostet. Somit haben wir den Vor-Act (Bausa) verpasst – für mich persönlich nicht allzu schade. Sämtliche Toiletten, Essens und Getränkestände waren von Menschen geflutet, dadurch haben wir auch direkt den Opener verpasst, da wir hinter einem Zelt auf unser Bier gewartet haben. Grundsätzlich fand ich die ganze Veranstaltung organisatorisch sehr mangelhaft.

Pünktlich zum zweiten Track standen wir dann am Ende der Menschenmenge, Stimmungstechnisch nicht der beste Ort. Durch einige Pogos war es uns möglich, bis zum vorderen Wellenbrecher voranzukommen. Dort gefiel es mir deutlich besser. Es war eine richtige Festivalstimmung. Open-Air, Menschen ohne Ende, eine riesige Bühne und durch den durchnässten Kiesboden und ständige Pogos natürlich auch ordentlich dreckig.

Die Songauswahl fand ich teilweise gut, teilweise nicht so. Anfangs starke Songs, dann kam ein richtiges Loch. Eher ruhigere Songs, die live einfach bescheiden funktionieren und immer nur zwei der (immerhin) drei anwesenden Künstler beinhaltete. Bei fünf Songs hintereinander kommt einem das ziemlich zäh und lang vor. An dieser Stelle muss man allerdings auch sagen, dass das zweite von vier Alben nach wie vor auf dem Index steht, lediglich vier Songs dürfen gespielt werden. Meiner Meinung nach nicht mehr zeitgemäß, wenn man sieht, was mittlerweile sonst so auf dem Markt zu finden ist. Generell fand ich, dass die Interaktion der Band mit dem Publikum hätte besser sein können.
Zum Ende hin wurden dann wieder die starken Songs ausgepackt. Das Ende zierte klassisch „Can You Feel the Love Tonight“ gepaart mit einem ziemlich großen Feuerwerk.

Gehen, wenn es am schönsten ist,
was viele andere Bands leider verschlafen haben. TP4L

Mein Resümee: Letztendlich ein Abschiedskonzert mit Höhen und Tiefen, ich bin dennoch froh die Band noch einmal gesehen zu haben. Man weiß immerhin nie, wie lange das Geld reicht, bevor dann das Comeback angekündigt wird. 😉 8/10 Punkten.

Bildquelle: Marc Picky, 2022/06/24