K.I.Z – Rap über Hass Tour 2022

2022/09/07 – K.I.Z live @ Schleyerhalle Stuttgart, Germany.

Nachdem K.I.Z hiphoptechnisch gewissermaßen meinen Sommer dominiert hatte, entschied ich mich kurzfristig eine Woche vor dem Konzert in Stuttgart noch Tickets zu kaufen – da zu meinem Glück noch Stehplatzkarten verfügbar waren. Auf dem Weg vom Parkhaus zur Schleyerhalle hatte ich ein kleines Déjà-vu, da ich denselben Weg erst zwei Monate vorher zum Trailerpark Konzert bestritt.

Trotz knapper Ankunft in der Halle war doch noch sehr viel Platz. Der Block direkt vor der Bühne wurde gerade geschlossen, also waren wir hinter dem ersten Wellenbrecher mit perfekter Sicht zur Bühne. Als Voract agierten Audio88 & Yasin, mir waren die Namen bekannt, da sie einen Song mit kiz haben aktiv gehört habe ich sie noch nicht. Wie ich beim voract in der ersten Wall of death gelandet bin, frage ich mich bis jetzt noch. Und ja auch bei Hiphop/Rap Konzerten gibt es sowas, aber dazu später mehr.
Das Licht ging aus, der schwarze Vorhang fiel, das Bühnenbild eröffnete sich und VIP in der Psychiatrie ertönte durch die Boxen – was für ein perfekter Opener. Sowohl im ersten Block als auch bei uns im zweiten Block eröffnete sich sofort ein riesiger Pogo. Da wir recht nah am Wellenbrecher standen, wurde das ein ziemliches Gedrücke – was sich auch den Großteil des Konzerts so durchzog.

Neben Songs des aktuellen Albums wurden auch alte Songs wie Neuruppin, H*rensohn oder Das Rapdeutschlandkettensägenmassaker performt. Songtechnisch war es wirklich bunt gemischt, da könnten sich andere Bands eine dicke Scheibe von abschneiden.  Auch Solo-Songs der drei Mitglieder wurden eingebracht und wurden vom Publikum gut aufgenommen. Der einzige Song bei dem ich nur Fragezeichen um mich rum sah, war Bruder (mit Yassin). Zum einen kannte diesen Song keiner, zum anderen funktioniert der live einfach nicht, vor allem nicht in dieser Setlist. Highlights für mich waren u.a. Was würde Manny Marc tun (mit Audio88 und Yassin), Danke Merkel und der Schluss mit Kinderkram. Weltpremiere machte der Tarek-Song Hartz4, dieser wurde erst einen Tag später released, kam live für einen unbekannten Song aber schon verdammt gut an. Zu erwähnen wäre auch noch, das vor der Zugabe die Lichter ausgingen und das Kanibalenlied über die Lautsprecher ertönte. Das Lied ist im Stil eines Arbeiterlieds und wurde ausschließlich vom Publikum gesunden – ein sehr geiler Moment. Ernstere Songs funktionierten genauso gut wie die party- und ironie-durchschwemmten-Tracks.

Das Bühnenbild hatte mich positiv überrascht. Es bestand aus einer Art Grundkonstrukt aus Beton-Säulen, dazwischen waren LED-Wände die dann je nach setting und Songauswahl in eine Nervenheilanstalt, einen Plattenladen, einen Waffenladen oder eine abbrennende U-Bahn Station verwandelt wurden. Auf dem ganzen stand der DJ der Band, ein alter Mercedes-Leichenwagen war ebenfalls Teil des Bühnenbilds.

Die Ansprachen zwischen den Songs waren genauso ironisch und amüsant wie man es aus vielen der Musikstücke kennt. Das reine K.I.Z Konzert ging fast 2,5h. Das ist eher unüblich für ein normales Tourkonzert, manchmal bekommt man eben noch was für sein Geld! 🙂


Durch die etlichen Pogos und Wall of Deaths die um uns stattfanden, gingen wir dann biergeduscht und verschwitzt nach Hause.

Mein Resümee: 10/10 Das war mit Sicherheit nicht mein letztes K.I.Z Konzert!

Quelle Bild: @marc-picky